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Startseite > Schwerpunkte > Psychose

Schwerpunkt Psychose

Inhalt

  1. Das Behandlungskonzept
  2. Das Behandlungsangebot
  • Ambulante Behandlung
  • Stationäre Behandlung
  • Psychose-Gruppe
  • Psychoedukative Gruppe
  • Angehörigengruppe
  • Angebote für Frauen mit einer Psychose
  • Erfassung und Berücksichtigung der Lebensqualität
  • Medikamentöse Behandlung
  • Gebrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln
  • Prävention
  • Überwindung von Vorurteilen
  • Forschung

 

Das Behandlungskonzept

Psychosen können sich in vielfältigen Beschwerden und Symptomen äußern, und sie können eine Vielzahl von Ursachen haben. Für jeden Betroffenen bedeutet eine Psychose daher eine individuelle Erfahrung und Belastung.

Unser Ziel ist es, für alle Betroffenen die individuell optimale Behandlung zu finden und zu gewährleisten. Das Behandlungskonzept bietet auf der Basis einer antipsychotischen medikamentösen Therapie verschiedene psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen, die beim Verstehen und Bewältigen der Störung helfen.

Zentrale Bedeutung besitzt dabei der Begriff der Lebensqualität. Er umfasst die subjektive Wahrnehmung und Beurteilung aller wichtigen Lebensbereiche durch den Betroffenen. Eine möglichst hohe Lebensqualität stellt für uns - neben objektiven Parametern - ein bedeutendes Kriterium für den Behandlungserfolg dar.

Durch den Einsatz professioneller Helfer aus verschiedenen Berufsgruppen ist unser Behandlungsangebot breit angelegt und somit gut geeignet, die im einzelnen Fall geforderte möglichst selbstständige Lebensbewältigung in allen Bereichen zu unterstützen.

Die Behandlung kann in Absprache mit dem Behandlungsteam ambulant, teilstationär und vollstationär erfolgen:

  • Im stationären Bereich ist die offene Station P3 Schwerpunktstation, neben der geschlossenen Station P4, die allen Betroffenen zur Verfügung steht, wenn im Rahmen einer Psychose vorübergehend eine besonders intensive Betreuung notwendig ist.
  • Nach der stationären Therapie bieten wir eine ambulante Weiterbehandlung an der Klinik an.
  • Zur Notfall- und Krisenintervention können sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungseinrichtungen der Klinik genutzt werden.
  • Für die Zeit nach einem stationären Aufenthalt arbeiten wir eng mit anderen Einrichtungen zusammen, die bei Bedarf Konzepte zum Wohnen und zur Arbeit anbieten.

Das Behandlungsangebot

Ambulante Behandlung

Eine ambulante Behandlung wird für Betroffene, die im Versorgungssektor unserer Klinik wohnen, angeboten. Eine ambulante Behandlung kann z. B. zur Notfall- oder Krisenintervention, zur Klärung von Fragen innerhalb einer langfristigen Therapie oder zur Weiterbehandlung nach einer stationären Therapie hilfreich sein.

Anmeldung: Telefon 0431 500 98008

Stationäre Behandlung

Die Klinik bietet die Möglichkeit einer stationären Therapie. Hierzu wurde die Station P3 auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Psychoseerkrankung besonders eingerichtet.

Die Behandlung findet unter offenen Bedingungen statt. Auf der Station P3 können insgesamt 18 Patienten behandelt werden. Für die Betroffenen stehen ein Aufenthalts- und Speiseraum mit einem Fernseher, ein Raucherzimmer und ein Gruppenraum zur Verfügung, zusätzlich können Räumlichkeiten, ein Garten und ein kleiner Sportplatz des Klinikums mitgenutzt werden.

Die Behandlung und Pflege der Betroffenen erfolgt durch ein Team mit speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, Schwestern und Pflegern, einer Ergotherapeutin, einem Physiotherapeuten und einer Mitarbeiterin des Sozialpädagogischen Fachdienstes.

Die Betroffenen werden ärztlich im Rahmen von Einzelgesprächen, Einzelkontakten, Visiten und Gruppengesprächen betreut.

Das pflegerische Team arbeitet nach dem Konzept der Bezugspflege, hierbei wird der Betroffene von einer für ihn zuständigen Schwester oder einem Pfleger betreut. Vom Pflegeteam werden Hilfen zur Erhaltung einer Tagesstruktur gegeben, ein Gedächtnis- und Konzentrationstraining, eine Bewegungs- und Maltherapie, gemeinsame Aktivitäten wie ein regelmäßiger Morgenspaziergang, ein Stationsausflug, eine Koch- und Backgruppe und gemeinsames Spielen, ein soziales Kompetenztraining und ein soziotherapeutisches Einzel- und Gruppentraining angeboten.

Die Ergotherapie bietet den Betroffenen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten mittels handwerklich-gestalterischer Tätigkeit zu üben. Sie erfolgt in Einzel- oder Gruppenbehandlungen, sie findet sowohl im stationären als auch im ambulanten Rahmen statt.

Die Physiotherapie ermöglicht die Teilnahme an Gymnnastik, Kneippen und Sport und bietet zweimal wöchentlich eine störungsspezifische Krankengymnastikgruppe an.

Psychose-Gruppe

Die Psychose-Gruppe ist eine offene Gruppe für stationäre, aber auch ambulante Patienten mit einer Psychose. Sie findet zweimal wöchentlich statt, dauert jeweils 45 Minuten und wird von einer Ärztin/Arzt bzw. einer Psychologin/Psychologen sowie Mitarbeitern des Pflegeteams unserer Station begleitet.

Thematischer Schwerpunkt der Gruppe sind von den Betroffenen vorgetragene aktuelle Probleme des täglichen Lebens. Es werden mit Hilfe der anderen Gruppenmitglieder - und professioneller Unterstützung und Strukturierung - Bewältigungsstrategien für konkrete Situationen erarbeitet und eingeübt. Dabei wird großes Gewicht auf den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen, und damit auf den Selbsthilfe-Aspekt, gelegt.

Von unserer Seite werden wichtige Informationen zu psychotischen Erkrankungen und ihren Folgen vermittelt. Des weiteren bieten wir auf die konkrete Problematik abgestimmte kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Übungen an. Dazu gehören z.B. Wahrnehmungsübungen sozialer Situationen anhand von Videosequenzen oder das Training spezifischer kognitiver Defizite.

Dienstag von 14:00 - 14:45 Uhr und Donnerstag von 13:30 - 14:15 Uhr

Psychoedukative Gruppe

Nach Bedarf bieten wir eine zusätzliche Gruppe an, in der den Betroffenen das grundlegende Wissen zu ihrer Erkrankung vermittelt wird. Dies geschieht im Rahmen einer intensiven Arbeit an Themen wie Krankheitsentstehung, Symptomatik, Therapiemöglichkeiten und Umgang mit der Krankheit.

Über das Verständnis der Erkrankung soll der längerfristige Verlauf positiv beeinflusst werden. Dazu beitragen kann die Fähigkeit, Frühwarnzeichen zu erkennen und Ideen zu einer förderlichen Lebensgestaltung zu entwickeln und umzusetzen.

Für die Teilnahme besonders geeignet sind Betroffene, die ambulant betreut werden oder deren stationäre Therapie bereits zu einer wesentlichen Besserung ihres Befindens geführt hat.

Zeiten nach Vereinbarung

Angehörigengruppe

Für Angehörige und Freunde betroffener Menschen kann es eine Hilfe sein, mit anderen Angehörigen von betroffenen Menschen Erfahrungen auszutauschen. In unserer geleiteten Angehörigengruppe bieten wir dazu die Möglichkeit. Ausserdem vermitteln wir in der Angehörigengruppe auch Informationen über psychische Störungen und deren Verlauf, und wir versuchen auch individuell Hilfen zu erarbeiten für das Zusammenleben und den Umgang von Angehörigen und Freunden mit Menschen, die von psychischen Störungen betroffen sind. Denn Verständnis der Angehörigen und Freunde für die von einer psychischen Störung betroffenen ihnen nahestehenden Menschen und Hilfen für einen förderlichen Umgang mit ihnen können für die Betroffenen von psychischen Störungen eine wichtige Unterstützung sein.

Die Angehörigengruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 18:30 Uhr - 20:00 Uhr im Besprechungsraum der Tagesklinik am Niemannsweg.

Die nächsten Treffen sind:

August                          Sommerpause

4. September 2018       Gesprächsrunde

2. Oktober 2018            Persönlichkeitsstörung, was ist das?

6. November 2018        Gesprächsrunde

4. Dezember 2018        Umgang mit Suizidalität

8. Januar 2019              Gesprächsrunde

5. Februar 2019             Abgrenzung - Wie weit kann man gehen?

 

Die Telefonnummern und die Rubrik, unter der wir in der KN erscheinen:
Weitere Informationen und den genauen Treffpunkt können Sie bei Herrn Früchtnicht unter der Tel. 0431 / 500-98227 und der Pforte unter der Tel. 0431 / 500-98008 erfragen, sowie in den Kieler Nachrichten unter "Dies und Das" nachlesen.

Spezifische Angebote für Frauen mit einer Psychose

Unser Behandlungsteam besteht aus Frauen, wie Männern, so dass Ansprechpartner beiderlei Geschlechts zur Verfügung stehen. Auf den Stationen werden Frauen und Männer gemeinsam behandelt, bei Bedarf können Rückzugsräume für Frauen geschaffen werden.

Betroffene, die schwanger sind, werden von uns, gegebenenfalls auch in Zusammenarbeit mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, betreut und begleitet.

Mütter, die im Zusammenhang mit Geburt und Stillzeit akut von einer Psychose betroffen werden, können mit ihren Säuglingen im Rahmen unseres Mutter-Kind-Konzeptes behandelt und betreut werden.

Traumatisierte Frauen mit Psychosen werden von uns in Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam zum Schwerpunkt Psychotrauma betreut. Migrantinnen mit Psychosen werden in Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam zum Schwerpunkt Migration betreut.

Erfassung und Berücksichtigung der Lebensqualität

Der Begriff der Lebensqualität umfasst die subjektive Wahrnehmung und Beurteilung aller wichtigen Lebensbereiche durch den Patienten. Dazu gehören die Auswirkungen einer medikamentösen Behandlung auf Körpergewicht und Sexualität ebenso, wie die Zufriedenheit mit sozialen Kontakten. Unsere Patienten erhalten in regelmäßigen Abständen einen standardisierten Fragebogen zur Selbstbeurteilung ihrer Lebensqualität, da in zahlreichen Untersuchungen festgestellt wurde, dass eine Beurteilung von außen nur geringe Aussagekraft besitzt. Die Ergebnisse dieser Befragung tragen wesentlich dazu bei, die Therapie individuell so zu gestalten, dass neben objektiven Parametern für den Erfolg einer Behandlung eine möglichst hohe Lebensqualität für den Einzelnen erreicht wird.

Medikamentöse Behandlung

Wir sind überzeugt, daß die Betroffenen bei Psychosen von einer medikamentösen Behandlung profitieren. Daher empfehlen wir eine moderne optimierte Medikamentenbehandlung.

Spezifische Medikamente aus der Gruppe der Antipsychotika wirken speziell gegen die Beschwerden einer Psychose, wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Bedrohungsgefühle, Halluzinationen und Wahn, Freudlosigkeit und Antriebsschwäche.

Eine gute Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit und Selbständigkeit sind nur wiederzuerlangen, wenn geistige und körperliche Funktionen möglichst wenig beeinträchtigt sind. Daher dienen diese Medikamente dazu, mehr Freiheit und Unabhängigkeit zu erreichen.

Natürlich kann jedes Medikament auch unerwünschte Wirkungen haben, wobei jeder Mensch unterschiedlich auf verschiedene Medikamente reagiert. Daher erarbeiten wir in jedem Einzelfall zusammen mit den Betroffenen ein Behandlungsschema, bei dem erwünschte und auftretende unerwünschte Wirkungen sorgfältig gegeneinander aufgewogen werden. Ziel ist es, ein hohes Maß an Medikamenten-Wirksamkeit mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu verbinden.

Gebrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln

Von einer Psychose Betroffene, die zusätzlich vorübergehend oder längerfristig Substanzen zu sich nehmen, die gesundheitsschädlich sein und Abhängigkeiten erzeugen können, werden in Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam zum Schwerpunkt Sucht betreut. Dabei können die konsumierten Substanzen legale oder auch illegale Suchtmittel sein. Wir unterstützen den allmählichen Verzicht auf solche Suchtmittel, erarbeiten alternative Lebenskonzepte ohne Suchtmittel und führen Entgiftungsbehandlungen durch. Näheres ist unter dem Schwerpunkt Sucht dargestellt.

Prävention

Eine wichtige Aufgabe für das Team ist die Früherkennung einer Psychose. In Gesprächen mit den Betroffenen, ihrer Familie, ihren Lebensgefährten oder Freunden rekonstruieren wir, was passiert ist, was für Symptome sie haben, wann diese sich zum ersten Mal äußerten, ob sie sich veränderten oder gleichbleibend waren, und ob es Auslösefaktoren gab.

Die Früherkennung gibt uns die Möglichkeit, so rasch wie möglich mit einer für die Betroffenen individuellen Behandlung zu beginnen, um eine kurze Dauer der unbehandelten Psychose zu erreichen und eine kontinuierliche Behandlung zu gewährleisten. Wir wissen inzwischen, dass es um so schwieriger wird, eine Psychose wirksam zu behandeln, je länger die Betroffenen psychotische Symptome haben, ohne dass diese behandelt wurden.

Die Aufklärung über die Erkrankung, die individuelle Beratung und die familiäre Unterstützung gehören ebenfalls zu den wichtigen Aufgaben des Teams.

Die Betroffenen haben in einem professionell ausgebildeten Team die Möglichkeit, ihre Erlebnisse und Gefühle mitzuteilen.

Überwindung von Vorurteilen

Die Einstellung und das Verhalten der Bevölkerung gegenüber Menschen mit einer Psychose sind durch Unkenntnis und Vorurteile belastet. Oft kommt es zu Ausgrenzung und zu Benachteiligung bei der Arbeitsplatz-, Wohnungs- und Partnersuche. Der Weltverband für Psychiatrie (World Psychiatric Association - WPA) hat daher ein weltweites Programm gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung der von Psychosen betroffenen Menschen ins Leben gerufen, das auch in Deutschland umgesetzt wird und an dem auch die Psychiatrische Universitätsklinik Kiel teilnimmt. Ziel dieses Programms ist es, durch Aufklärung in der Bevölkerung das Wissen, die Einstellung und das Verhalten der Menschen gegenüber Betroffenen zu verändern, ihre Reintegration in die Gesellschaft zu erleichtern, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Genesung damit zu unterstützen.

Forschung

An der Klinik wird wissenschaftliche Forschung durchgeführt, um das Wissen über psychische Störungen zu vermehren und um das Verständnis für diese Störungen und die Behandlung umfassend zu verbessern.

Dazu ist die Klinik auch auf eine Mitwirkung der betroffenen Menschen bei therapiebegleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen angewiesen. Deshalb bitten wir Betroffene, daran mitzuwirken, damit die Erkenntnisse und Behandlungsverbesserungen den Patienten zugute kommen können.

Eine mögliche Mitwirkung an einer wissenschaftlichen Untersuchung verursacht keine Nachteile für den Betroffenen, ebenso wenig eine Ablehnung. Die Mitwirkung ist freiwillig. Jede wissenschaftliche Untersuchung wird zuvor durch eine Ethikkommission überprüft. Der Datenschutz wird gewährleistet.