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Geschichte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Im Jahre 2001 wurde die Nervenklinik Kiel 100 Jahre alt. Grundlage ihrer Gründung vor 100 Jahren war die Planung des Neubaus einer "Irrenklinik" für die Universität zu Kiel am 2. November 1897, Vorbild war die 1891 fertiggestellte Klink in Halle. Dort war u.a. Wert darauf gelegt worden, die Kranken möglichst zu ebener Erde unterzubringen, jeden Raum mit Licht und Luft zu versehen, um die einzelnen Häuser herum Gärten anzulegen und keine Vergitterung der Fenster vorzunehmen.

Die Klinik umfasste 139 Betten, 23 der I. und II. Klasse sowie 116 der III. Klasse. Die Unterbringung der Kranken erfolgte in zwei Baracken als Aufnahme- und Überwachungsstationen, zwei Isolierhäusern für die Versorgung der unruhigen Kranken sowie zwei Villen zur Behandlung der Ruhigen und Rekonvaleszenten.

Die Gesamtanlage war mit Knickwällen eingefriedet, der Binnenhof mit Rasenflächen, Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Gartenanlagen waren für Patienten und Patienten nach Geschlechtern getrennt, außerdem für Schwestern und den Oberarzt. Für sportliche Aktivitäten wurde ein Rasentennisplatz angelegt.

Offiziell wurde die Klink am 21. Oktober 1901 eröffnet, am 1. November kamen die ersten Patienten zur Aufnahme. Der ärztliche Stellenplan umfasste neben dem Direktor einen Oberarzt sowie einen 1., 2., 3. und 4. Assistenten, für die Krankenpflege waren je 12 Krankenwärter und -wärterinnen eingestellt.

Obwohl als Königliche Psychiatrische und Nervenklinik ausgewiesen, äußerte der erste Direktor Prof. Siemerling noch 1904 in einem Schreiben an den Universitätskurator die Bitte, in Zukunft auf die Bezeichnung "Irrenklinik" zu verzichten. Im Volksmund blieben Begriffe wie "Spleenberg", "Spökelbarg", "Idiotenhügel", "Villa Siemerling" oder "Klapsmöhl" lange erhalten. Wenn jemand, wie der Kieler zu sagen pflegte, "nicht ganz richtig im Kopf war", wurde ihm scherzhaft gedroht, "Du kommst zu Siemerling" bzw. vorgehalten, "man habe ihm wohl bei Siemerling über die Mauer geholfen", d.h. er sei wohl aus der Nervenklinik entwichen.

Nach Siemerling, der die Psychiatrische und Nervenklinik von 1901 bis 1926 leitete, folgten Stertz (1926-1937), Mauz (kommissarisch 1937-1938), Creutzfeld (1938-1953), Duensing (kommissarisch 1953-1954) und Störring (1954-1972).

Ab 1975 wurden die Abteilungen Psychiatrie, Neurologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie des Zentrums Nervenheilkunde getrennt.

In der Abteilung für Psychiatrie waren als Ärztliche Direktoren Schimmelpenning (1972-1994) und Schütze (kommissarisch 1994-1996) tätig. 1992 erfolgte die Umbenennung der Psychiatrie in Klink für Psychiatrie und Psychotherapie.

Von 1996 bis 2012 war Prof. Dr. med. Josef B. Aldenhoff Direktor der Klinik. Neben Forschung und Lehre waren seine persönliches Anliegen besonders die Öffnung der Psychiatrie nach außen, verbesserte interdisziplinäre Kooperation, sowie verstärkte Information der Öffentlichkeit:

Von 2012 bis 2017 war Prof. Dr. med. Fritz Hohagen kommissarischer Direktor der Klinik.

Seit Oktober 2017 ist Frau Prof. Dr. med. Kamila Jauch-Chara Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

"Wegen der im Zusammenhang mit seelischen Erkrankungen immer wieder auftretenden Stigmatisierung bemühen wir uns, in öffentlich zugänglichen Vortragsreihen das Verständnis der Bevölkerung für Menschen mit seelischen Erkrankungen, aber auch für Neuentwicklungen in ihrer Therapie zu verbessern. Zweimal wurden bereits unter dem Titel "Psychiatrie heute" neue psychotherapeutische Verfahren zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen in der Öffentlichkeit vorgestellt. Andere aktuelle Vortragsserien stellen unter dem Titel "Psychiatrie heute - psychiatrische Versorgung von Kiel" versorgungsrelevante Themen in den Vordergrund".

Weitere Informationen über die aktuelle Struktur der Klink, Konzepte und Tätigkeiten sowie über die Geschichte der Universitäts-Nervenklinik Kiel, ihre Mitarbeiter und allerhand Wissenswertes und Lesenswertes über Behandlung, Versorgung und Betreuung psychisch Kranker in Kiel sind der Festschrift "Hundert Jahre Universitäts-Nervenklinik Kiel 1901 - 2001", herausgegeben von Prof. Dr. med. K. Christiani, zu entnehmen.