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Präventionsprojekt „Kein Täter werden“

Prävention pädophil motivierten sexuellen Kindesmissbrauchs im Dunkelfeld in Schleswig-Holstein

Im Rahmen des Projektes wird Männern, die auf Kinder gerichtete sexuelle Impulse verspüren und über ein entsprechendes Problembewusstsein verfügen, eine kostenfreie und anonyme Behandlung angeboten. Mittels einer fachgerechten sexualmedizinischen Behandlung wird es Männern mit einer pädophilen Neigung ermöglicht, ihre sexuellen Impulse zu kontrollieren und sexuelle Übergriffe auf Kinder zu vermeiden.

Aktuellen Schätzungen zufolge werden etwa 1 % der Jungen und 5 % der Mädchen unter 14 Jahren in Deutschland sexuell (mit Körperkontakt) missbraucht. Etwa die Hälfte dieser Taten wird von Männern mit pädophiler Orientierung durchgeführt. Es wird ferner geschätzt, dass 1 % der männlichen Bevölkerung pädophil ist. Pädophil bedeutet, dass diese Männer starke und überdauernde sexuelle Neigungen haben, die auf Kinder gerichtet sind. Umgerechnet auf die Bevölkerung in Schleswig-Holstein bedeutet das, dass in diesem Bundesland ca. 8000 pädophile Männer leben. Glücklicherweise werden nicht alle pädophilen Männer sexuell gegen Kinder übergriffig, vielen gelingt es ihre sexuelle Neigung zumindest über längere Zeiträume hinweg zu kontrollieren. Anderen wiederum gelingt eine Triebkontrolle nicht selbständig und suchen daher nach therapeutischen Maßnahmen, die Ihnen ein straffreies Leben mit ihrer sexuellen Neigung (für die sie selbst nicht verantwortlich gemacht werden können, da sie vermutlich durch neurobiologische Faktoren angelegt ist) ermöglicht.

Ziel dieses Präventionsprojektes ist es, die Häufigkeit sexueller Übergriffe in Schleswig-Holstein zu senken, indem diesen pädophilen und behandlungsmotivierten Männern eine qualifizierte Behandlung angeboten wird. Durch die drei Merkmale des Projektes (sexualmedizinisch qualifizierte Behandlung, Kostenfreiheit und Anonymität der Behandlung) können die Skepsis und Schwellenangst der zu behandelnden Männer überwunden werden. Der Erfolg dieses Konzeptes auf Bundesebene ( www.kein-taeter-werden.de ) sowie erste Bestrebungen, dieses Konzept auch im Ausland einzuführen, zeigen, wie sinnvoll dieses Präventionsprojekt ist. Das Präventionsprojekt wird seit März 2009 durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein finanziert.

Die Behandlung ist kostenfrei, anonym (Interessenten müssen sich nicht namentlich zu erkennen geben) und unterliegt selbstverständlich der therapeutischen Schweigepflicht. Es können jedoch nur Personen in diese Behandlung aufgenommen werden, die aktuell nicht wegen Sexualdelikten in Kontakt mit Polizei oder Justiz stehen, das heißt, es dürfen keine polizeilichen oder gerichtlichen Verfahren anhängig sein und keine gerichtlichen Auflagen/Bewährungsauflagen wegen Sexualstraftaten bestehen. Die diagnostischen und therapeutischen Sitzungen finden in der Universitätsklinik in Kiel statt.

Weitere Informationen über das Projekt erhalten sie unter www.kein-taeter-werden.de.

Personen, die wegen Sexualstraftaten gerichtliche Weisungen erhalten haben, können sich an die Ambulanz des IFSP wenden.

Ambulanz des Instituts für Sexualmedizin und Forensischen Psychiatrie
Telefon: 0431 500-98626