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Startseite > Schwerpunkte > Depression

Schwerpunkt Depression

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Die Behandlung der Depression
  3. Psychotherapie
  4. Die Behandlung der Manie
  5. Forschung
  6. Informationsangebot

Das Team

  • Ärztinnen und Ärzte: Dr. F.-J. Müller, Frau Sablowsky, Frau Geremek
  • Diplom-Psychologinnen: Frau Wollmerath
  • Diplom-Sozialpädagogen: B. Heitmann
  • Ergotherapeuten: M. Altmann, S. Bertermann
  • Physiotherapeut: G. Hagemann
  • Pflegepersonal: Die Pflegeteams der Stationen P1 und P5

Kontakt: Zentrale 0431 500-98008


Einleitung

Im Schwerpunkt Affektive Störungen (Depression/Manie) werden auf der Station P1 und der Station P5 überwiegend Patienten, die an einer Depression oder einer Manie leiden, behandelt. Diese affektiven Störungen (Affekt = Gemüt) sind Erkrankungen, bei denen vorwiegend die Fähigkeit zu fühlen beeinträchtigt ist.

Depressionen sind sehr häufige Erkrankungen. Jeder zehnte Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens eine Depression. Für den Betroffenen ist es eine sehr quälende Erkrankung, die mit einer dauerhaft gedrückten Stimmung, einem verminderten Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und Schuldgefühlen einhergeht. Die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit sind eingeschränkt. Die Zukunftsperspektiven werden negativ und pessimistisch gesehen. Meist bestehen Schlafstörungen und ein verminderter Antrieb. Der Appetit kann vermindert sein. Häufig leiden die Betroffenen unter Selbstmordgedanken, die zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für sie werden können.

Der Verlauf der Erkrankung ist unterschiedlich. Es kann sich um eine einmalige Episode handeln. Es können aber auch mehrere Episoden auftreten. Die Erkrankung kann chronifizieren. Leidet ein Mensch abwechselnd an manischen und depressiven Episoden, nennt man diese Erkrankung eine bipolare affektive Störung.

Die Manie bildet den der Depression entgegengesetzten Pol. Die Betroffenen können sich anfangs sogar besonders wohl und leistungsfähig fühlen. Die Stimmung kann euphorisch, aber auch gereizt und aggressiv sein. Der Antrieb ist gesteigert. Der Betroffene braucht häufig nur wenige Stunden Schlaf und fühlt sich trotzdem voller Energie. Er hat viele Pläne, überschätzt dabei seine Fähigkeiten und kann sich in gefährliche Situationen bringen. Geldausgaben mit hohen Verschuldungen kommen häufig vor. Größenideen können sich bis zu einem Größenwahn steigern. Auch ein Verfolgungswahn kann auftreten. Gelegentlich können sogar Trugwahrnehmungen (Halluzinationen) auftreten. Nur sehr selten treten isoliert manische Phasen auf. Meist treten im weiteren Krankheitsverlauf auch depressive Episoden auf.

Leichtere Krankheitsphasen können ambulant behandelt werden. Die Erkrankung kann jedoch so schwer sein, dass eine stationäre Aufnahme zur Entlastung des Betroffenen und seiner Angehörigen unumgänglich ist.


Die Behandlung der Depression

Die stationäre Behandlung in unserer Klinik gliedert sich in drei Phasen:

Aufnahmephase: Durch die stationäre Aufnahme soll der Patient von seinen Alltagspflichten entlastet werden. Ihm wird ein Schutzraum geboten, in dem er sich mit seiner Erkrankung angenommen und ernstgenommen fühlt. Evtl. erforderliche organische Diagnostik (Labor, EKG, EEG, bildgebende Verfahren, neuropsychologische Testung) wird in den ersten Behandlungstagen durchgeführt. Der Patient erhält im Einzelgespräch mit seinem Therapeuten und in der Depressionsgruppe Informationen über Depressionen und wird so zum Spezialisten seiner Erkrankung. Er kann über die quälenden Symptome sprechen und kann feststellen, dass er nicht alleine mit seiner Krankheit steht.

Behandlungsphase: Der Patient erstellt gemeinsam mit dem Team einen Behandlungsplan, der auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Mit der interpersonellen Psychotherapie (IPT) besteht an unserem Hause ein speziell für Depressionen entwickeltes psychotherapeutisches Angebot. Ggf. ist eine medikamentöse Behandlung mit den sogenannten Antidepressiva erforderlich. Hierbei handelt es sich um Präparate, die gegen die Depression wirken und nicht zu einer Abhängigkeit führen. Bei den modernen Präparaten treten deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Der Heilungsprozess kann außerdem durch biologische Verfahren wie Wachtherapie und Lichttherapie unterstützt werden. Verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppentherapieverfahren stehen zur Verfügung. Mit der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen kann ein Entspannungsverfahren erlernt werden. Im Selbstsicherheitstraining in der Gruppe soll gezielt selbstsicheres Verhalten erlernt werden. Zur Strukturierung und Aktivierung können in der Physiotherapie Sportangebote wahrgenommen werden. In der Ergotherapie können verschiedene handwerkliche und künstlerische Arbeiten unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden. Die Angehörigen werden nach Möglichkeit in die Behandlung einbezogen. Es können Paargespräche durchgeführt werden. Es besteht das Angebot, an einer Angehörigengruppe teilzunehmen. Durch das Behandlungsteam wird gezielt antidepressives Verhalten gefördert und verstärkt.

Entlassungsphase, ambulante Therapie: Der Patient soll sich zunehmend nach außen orientieren. Belastungserprobungen ins häusliche Umfeld werden geplant und umgesetzt. Ggf. können Wiedereingliederungen in den Beruf schon während der Krankenhausbehandlung begonnen werden oder für die Zeit nach der Entlassung geplant werden. Eine teilstationäre Behandlung kann den Übergang aus der stationären Behandlung in den Alltag erleichtern. Dazu arbeitet unsere Klinik mit der Tagesklinik des Kieler Fensters zusammen. Eine ambulante Weiterbetreuung durch einen Psychiater bzw. Psychotherapeuten sollte unbedingt gewährleistet sein. Eine ambulante Betreuung kann auch durch unsere Institutsambulanz erfolgen. Ziel der Behandlung ist die Bewältigung der depressiven Symptome. Erreicht werden soll eine stabile Besserung bzw. Heilung der Erkrankung. Einem Erkrankungsrückfall (Rezidiv) soll vorgebeugt werden.


Psychotherapie

Eine psychotherapeutische Behandlung mit der interpersonellen Psychotherapie (IPT) findet in einem einzeltherapeutischen und einem gruppentherapeutischen Rahmen statt. Beides kann zunächst stationär, dann aber auch ambulant von der Patientin bzw. dem Patienten genutzt werden.

Für die Einzel- und Gruppenpsychotherapie mit der interpersonellen Psychotherapie ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie wirksame Therapieangebote bei Depressionen darstellen. Für Frauen mit postpartalen psychischen Erkrankungen wurde die interpersonellen Psychotherapie speziell an deren Problematik und Bedürfnisse angepasst.


Die Behandlung der Manie

Akut manische Patienten bedürfen unter Umständen in der Anfangsphase der stationären Behandlung eines geschlossenen Rahmens, den ihnen die Geschlossene Station P4 an unserer Klinik bietet, um zu verhindern, dass sie sich Schaden zufügen. Baldmöglichst erfolgt die Verlegung auf die offene Station. Eine medikamentöse Behandlung ist häufig sehr sinnvoll und oft unumgänglich.

In Einzelgesprächen mit dem Therapeuten wird der Patient über die Erkrankung und die Therapie ausführlich aufgeklärt. Es ist besonders wichtig, die anfangs oft unzureichende Krankheitseinsicht des Patienten zu fördern, um ihm einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Erkrankung zu ermöglichen und Rückfällen in die Erkrankung vorzubeugen. Frühzeitig müssen Angehörige und Partner in die Behandlung miteinbezogen werden. Die medikamentöse Behandlung wird unterstützt durch eine verhaltenstherapeutisch orientierte psychotherapeutische Behandlung des Patienten.

Wie bei der depressiven Störung, gelten die drei Phasen der Behandlung auch für den manischen Patienten, seinem Störungsbild entsprechend angepasst.


Forschung

Im Behandlungsschwerpunkt Depression/Manie werden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die der Erforschung der Erkrankungen und der Therapiemöglichkeiten gelten. PatientInnen haben die Möglichkeit, an wissenschaftlichen Untersuchungen teilzunehmen. Sie werden von uns über die Projekte aufgeklärt, die jeweils von der Ethikkommission der Universität genehmigt wurden. Die PatientInnen entscheiden frei, ob sie an einer Untersuchung teilnehmen oder nicht, ohne dass ihnen Nachteile aus dieser Entscheidung entstehen.