Foto vom Hauptgebäude der Psychiatrie
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Projektgruppe

Schlaf
Leiter PD Dr. Robert Göder (Arzt)
Mitarbeiter Dr. Mareen Seeck-Hirschner (Ärztin)
Dr. Gunther Fritzer
Nicola Wendisch (MTA)
Schwerpunkte

Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Schlaf und kognitiven Prozessen, Untersuchungen zur Bedeutung von Störungen des Nachtsschlafes  

Aktuelle Projekte

Schlaf und Gedächtnis bei Patienten mit Schizophrenie; Schlaf, kognitive Flexibilität und Therapieerfolg bei Patienten mit Depression; Die Rolle des Mittagsschlafes für das Erlernen motorischer Aufgaben.

Inhaltlicher Rahmen Störungen des Schlafes bei Patienten mit psychischen Störungen sind lange bekannt und gut dokumentiert. Es stellt sich jedoch immer noch die Frage, ob es sich dabei nur um Begleiteffekte oder um Veränderungen mit funktioneller Relevanz handelt. Für die zweite Annahme gibt es mittlerweile eine Reihe von Hinweisen. Beispielsweise ist der Erfolg der interpersonellen Psychotherapie der Depression (IPT) geringer, wenn die Patienten vor Beginn der Therapie eine höhere Anzahl von schnellen Augenbewegungen im REM-Schlaf (eine höhere sog. REM-Dichte) zeigten (z.B. Thase et al., 1997; Göder et al., im Druck). Ein weiterer Ansatz liegt in der immer besser dokumentierten Bedeutung des Schlafes für Gedächtnisprozesse. So zeigten sich beispielsweise in unseren Untersuchungen Zusammenhänge zwischen Verminderungen des Tiefschlafes und schlechteren Gedächtnisleistungen bei Patienten mit Schizophrenie (Göder et al. 2004 und 2006). Dabei sind Gedächtnisstörungen nicht nur bei der Demenz sondern auch bei Patienten mit Schizophrenie als ein Kernsymptom aufzufassen, welches in hohem Masse die soziale Rehabilitationsfähigkeit bestimmt. Es stellt sich somit zukünftig die Frage, ob durch eine gezielte Verbesserung des Schlafes das "outcome" dieser Patienten zu verbessern ist.
Frühere Ergebnisse In den Schlafableitungen vor dem Auftreten von Migräneanfällen ergaben sich Hinweise für eine verminderte Hirnaktivität im Vergleich zu Nächten ohne nachfolgende Migräneattacken. Dies zeigte sich anhand einer geringeren Anzahl von kurzen nächtlichen Weckreaktionen (Arousal) und einer verminderten Beta-Power im Tiefschlaf in den Nächten vor dem Auftreten von Migräne (2,4). Dagegen zeigte sich in einer großen Untersuchung an Patienten mit Schlafstörungen, dass morgendliche Spannungskopfschmerzen eher nach Nächten mit stärker gestörtem Schlaf auftreten (1, 5). In Untersuchungen an Patienten mit Depression oder Schizophrenie zeigte sich, dass der Schlaf auch für diese Patientengruppen eine Bedeutung für die Gedächtnisbildung aufweist und es ergaben sich Hinweise, dass spezielle Schlafstadien für die Konsolidierung von besonderen Gedächtnisinhalten von Bedeutung sind (6, 7, 10).
Die Untersuchungsergebnisse aus der Studie "Kurz und Langzeitauswirkung elektromagnetischer Hochfrequenzfelder auf die Qualität des menschlichen Schlafes und der hieraus resultierenden Tagesbefindlichkeit" führten zu folgenden Resultaten: Kurzzeit- (eine Nacht unter Befeldung) und Langzeitexposition (sechs aufeinanderfolgende Nächte unter Befeldung) des Schlafes unter elektromagnetischer Strahlung führen zu keinen Veränderungen in den klassischen Schlafparameter, neuropsychologischen Testungen sowie spektralen Parametern. Diese Resultat zeigt, dass die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks keine von uns messbaren Effekte auf unseren Schlaf oder unser Gedächtnis ausüben (8).
Ausblick

Trotz modernster Bildgebender Verfahren enthält das Elektroenzephalogramm weiterhin mit die genaueste zeitliche Information kortikaler Verarbeitungsprozesse. Diese Verarbeitungsprozesse zu analysieren und visualisieren ist uns bereits mit der Methode der Dimensionsanalyse ansatzweise gelungen und wird zukünftig durch weitere Methoden aus der linearen- und nichtlinearen Zeitreihenanalyse erweitert.   

Kooperationen Medizinische Psychologie, Neurologie, Humanbiologie, Gynäkologie, Neuroendokrinologie (Lübeck)
Finanzierung / Drittmittel SFB "Schlaf und Plastizität" 654 TP 9 (Schizophrenie) DFG Projekt "Schlaf und Depression"  
Ausgewählte Publikationen

1) Göder R, Tetzlaff K, Friege L, Frieboes RM, Aldenhoff JB:  Polysomnographische Ergebnisse bei Schlafapnoe-Patienten mit morgendlichen Spannungskopfschmerzen, Atemwegs- und Lungenkrankheiten, 1999, 25 (8): 461-462

 

2) Göder R, Fritzer G, Kapsokalyvas A, Kropp P, Niederberger U, Strenge H, Gerber WD, Aldenhoff JB: Polysomnographic findings in nights preceding a migraine attack. Cephalalgia, 2001, 21:31-37.

 

3) Göder R, Treskov V, Burmester J, Aldenhoff JB, Hinze-Selch D: Zolpidem: Zur Entwicklung von Toleranz und Abhängigkeit anhand von Fallberichten, systematischen Studien und aktuellen molekularbiologischen Daten. Fortschritte der Neurologie Psychiatrie, 2001, 69:592-596  

 

4) Strenge H, Fritzer G, Göder R, Niederberger U, Gerber WD, Aldenhoff J: Non-linear electroencephalogram dynamics in patients with spontaneous nocturnal migraine attacks. Neuroscience Letters, 2001, 309:105-108

 

5) Göder R, Friege L, Fritzer G, Strenge H, Aldenhoff JB, Hinze-Selch D: Morning headaches in patients with sleep disorders: A systematic polysomnographic study Sleep Medicine

 

6) Göder, Boigs, Braun, Friege, Fritzer, Aldenhoff, Hinze-Selch: Impairment of visuospatial memory is associated with decreases slow wave sleep in schizophrenia. J Psychiatric Research 2004, 591-99

 

7) R. Göder, J.B. Aldenhoff, M. Boigs, S. Braun, J. Koch, G. Fritzer (2006) Delta power in sleep in relation to neuropsychological performance in healthy subjects and patients with schizophrenia. Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neuroscience 18, 2006, 529-535

 

8) Fritzer, Göder, Friege, Wachter, Hansen, Hinze-Selch, Aldenhoff (2007) Effects of short- and long-term pulsed radiofrequency electromagnetic fields on night sleep and cognitve functions in healthy subjects. Bioelectromagnetics

 

9) Göder, Aldenhoff, Scharfetter, Fritzer (im Druck) Visual declarative memory is associated with non-rapid eye movement sleep and sleep cycles in patients with chronic non-restorative sleep Sleep Medicine

 

10) Göder, Fritzer, Hinze-Selch, Huchzermeier, Koch, Seeck-Hirschner, Aldenhoff (im Druck) Sleep in major depressive disorder: Relation to memory performance and outcome after interpersonal psychotherapy. Neuropsychobiology

 

 

 

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