Ambulanzen
Spezialambulanzen: Migration und Psychotrauma
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
Dr. Gunnar Paulsen, Oberarzt, Diplom-Psychologe
Sükran Erdag, Ärztin
Astrid Pabst, Diplom-Psychologin
Udo Gerigk, Diplom-Sozialpädagoge
Sandy Detjens, Diplom-Sozialpädagogin
Melanie Altmann, Ergotherapeutin
Der Schwerpunkt "Migration und Psychotrauma" ist ein Bestandteil der Psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutsambulanz des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP). Mit diesem Angebot wenden wir uns an Menschen mit Migrationshintergrund, die im Zusammenhang mit ihren individuellen Erlebnissen (Inhaftierung, Folter, Vergewaltigung, Krieg etc.) in den Herkunftsgebieten schwer erkrankt sind und therapeutische Hilfen und Unterstützung benötigen, die über das Komplexangebot der PIA hinausgehen.
Trotz der zunehmend spezifischen, vielfach auch integrativen Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund sind die Zugangsbarrieren zum Gesundheitswesen für viele von ihnen nach wie vor erhöht. Vor allem die Flüchtlinge unter ihnen haben in ihrem Herkunftsland häufig schreckliche Ereignisse durchlebt und traumatische Erfahrungen gemacht. Hier in Deutschland sind sie oft über Jahre im unklaren über ihre aufenthaltsrechtlichen Verhältnisse und deren Folgen (z.B. fehlende Arbeitserlaubnis, eingeschränkte Krankenversorgung etc.) Diese Faktoren können zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes führen oder die Krankheit aufrechterhalten.
Neben den regulären Angeboten der PIA (wie regelmäßigen Arztkontakten und ggf. psychotherapeutischen Angeboten) erhalten diese Menschen zusätzlich verstärkt Unterstützung durch den sozialpädagogischen Fachdienst.
Die Mitwirkung bei der Erhebung der Sozialanamnese, die psychosoziale Diagnostik, die Therapieplanung, die Klärung von Anspruchsvoraussetzungen gegenüber Leistungsträgern sowie Hilfen zur finanziellen Sicherung des Lebensunterhaltes gehören zur Grundversorgung des Sozialpädagogischen Fachdienstes.
In der Einzelfallberatung werden Themen wie Wiedereingliederung im Wohnbereich sowie im familiären und gesellschaftlichen Leben und in den Arbeitsbereich vertieft. Hausbesuche und Familienberatung werden in Zusammenarbeit mit PatientInnen, Angehörigen und relevanten Institutionen detailliert vorbereitet und ressourcenorientierte Hilfestellung geleistet.
Darüber hinaus besteht für traumatisierte Personen das Angebot einer spezifischen traumafokussierten Therapieform (in Anlehnung an die Narrative Exposure Therapy, NET). Ein sorgfältig entwickeltes Konzept hilft traumatisierten PatientInnen, die eigene soziale Situation im Herkunftsland zu verstehen, aufenthaltsrechtliche Probleme zu bewältigen und eine Therapie mit Hilfe eines/er Dolmetscher/in zu ergreifen.
Um eine erfolgreiche Therapie und Gespräche mit ausländischen PatientInnen durchzuführen, ist es daher notwendig, fachlich versierte DolmetscherInnen zu haben. Die Ambulanz des ZIP verfügt inzwischen über einen festen Dolmetscher-Pool. Die Dolmetscher sind in der Regel vereidigt und verfügen über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit traumatisierten Menschen. Nach Möglichkeit werden den Dolmetscherinnen und Dolmetschern Supervision, Fortbildungen und die Teilnahme an Vorträgen angeboten.
Nachdem die EU-Projekte EFF 04 289, EFF 05-289 und EFF 07-690 bereits abgeschlossen wurden, hat das Zentrum für Integrative Psychiatrie einen neuen Antrag bei der Nationalen Zentralstelle zur Verwaltung des Europäischen Flüchtlingsfonds eingereicht, um die erfolgreiche Arbeit auch in den kommenden Jahren fortführen zu können.
Informationen über das Projekt "Aufbau und Weiterentwicklung komplementärer Therapieangebote und -strukturen in der psychiatrischen Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen" werden vorbehaltlich einer Bewilligung durch den EFF zu gegebener Zeit auf dieser Seite zu finden sein.
Flyer der Spezialambulanz Migration und Psychotrauma: Innenseite (pdf-Datei, 1.145 KB), Aussenseite (pdf-Datei, 2.052 KB)
Interviewleitfaden für den Erstkontakt mit Flüchtlingen: pdf, 171 KB





