Station P6
Inhalt:
- Behandlungsspektrum
- Ärztliche und Pflegerische Leitung der Station
- Therapeutisches Angebot
- Räumlichkeiten
- Aufnahmemodalitäten
- Weiterbehandlung
Behandlungsspektrum
Die Station richtet ihr Angebot an Menschen in Krisensituationen mit potentiell eigengefährdendem Verhalten und / oder Suizidalität.
Störungsspezifisch werden zudem auf der Station Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, anderen Persönlichkeitsstörungen, (komplexer) posttraumatischer Belastungsstörung und dissoziativen Störungen behandelt, die akut eine Krisenintervention benötigen. Die Station P6 soll ein Schutzraum für traumatisierte Patienten sein und wird geschlossen geführt. D.h. dass alle Patienten, die auf der Station aufgenommen werden, ausreichend kontrollfähig sein müssen, um aggressives oder gravierendes grenzüberschreitendes Verhalten vermeiden zu können.
Patienten mit Fremdgefährdungspotential werden auf der Station nicht aufgenommen.
Ärztliche und pflegerische Leitung
Frau Dr. K. Gerok-Falke, Oberärztin
Herr S. Anang-Gerlach, pflegerische Stationsleitung
Therapeutisches Angebot
Das multiprofessionelle Team besteht aus ärztlichen und psychologischen Therapeuten, Pflegepersonal, Sozialpädagogischem Fachdienst, Ergo- und Physiotherapeuten. Das Team arbeitet mit Therapieelementen der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) nach M. Linehan, die an die Erfordernisse einer Akut- bzw. Kriseninterventionsstation angepasst sind. Entsprechend richtet sich die therapeutische Grundhaltung nach Prinzipien der Dialektik aus.
Als Pflegeform wird Bezugspflege durchgeführt. D.h. dass alle Patienten auf der Station - auch bei eventuellen Wiederaufnahmen - einen kontinuierlich zuständigen und zuverlässigen Ansprechpartner im Pflegeteam haben.
Das Stationskonzept ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, d.h. dass Verhaltensanalysen, Selbstbeobachtungsbögen, Hausaufgaben und Übungssituationen wesentliche Therapieelemente im Stationsalltag sind.
Das multimodale Gruppentherapieangebot auf der Station besteht aus:
- Sozialem Kompetenztraining
- Fertigkeitentraining
- Sozialpädagogischer Info-Gruppe
- PME
- Frühsport
- Kneippen / Hydrotherapie
- Störungsspezifischer Ergotherapiegruppe
- Allgemeiner Ergotherapiegruppe
- Stationsprojekt Ergotherapie
- Morgenrunden mit Achtsamkeitsübungen
- Konzentrationstraining
Der Sozialpädagogische Fachdienst bietet eine individuelle Einzelberatung an. In geringem Umfang sind auch ergo- und physiotherapeutische Einzelbehandlungsangebote möglich.
Therapie-Inhalte und -Ziele:
- Schutz vor Eigengefährdung
- Erarbeitung von Therapiemotivation
- Analyse der Krisensituation, die zur Aufnahme führte
- Erarbeitung von Strategien zur Bewältigung der aktuellen Krisensituation
- Unterstützung bei der Erarbeitung von Kontrollfähigkeit und Eigenverantwortung
- Psychiatrische Diagnostik / Erarbeitung eines Krankheitsmodells
- Medikamentöse Einstellung
- Therapieplanung / Erarbeitung von Therapiemotivation für eine weitergehende Therapie
- Entlassungsplanung / Planung des weiteren psychosozialen Rahmens
(Insbesondere Aufbau von Stresstoleranzfertigkeiten, Antidissoziationsfertigkeiten, Fertigkeiten zur Bewältigung suizidaler Krisen. Beginnend auch: Aufbau / Verbesserung zwischenmenschlicher Fertigkeiten, Verbesserung der Emotionsregulation, Verbesserung der Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge)
Die geschlossene Kriseninterventionsstation ist nicht für längere Therapien ausgerichtet. Ziel der Station sind zeitlich begrenzte und inhaltlich definierte Kriseninterventionen, die baldmöglichst eine ambulante Weiterbehandlung ermöglichen. Eine stationäre Krisenintervention sollte in der Regel nicht länger als 3-4 Wochen dauern um eine Hospitalisation im geschlossenen Rahmen zu vermeiden. Oft ist eine Krisenintervention im geschlossenen Rahmen für wenige Tage oder auch nur für eine Nacht sinnvoll und ausreichend.
Räumlichkeiten
Auf der geschlossenen Kriseninterventionsstation P6 sind 18 Behandlungsplätze vorhanden. Ein Speiseraum sowie ein Aufenthalts- und Fernsehraum stehen den Patienten zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Ein visuell abgetrennter „Frauenschutzraum“ auf der Station darf nur von Frauen genutzt werden. Auf der Station gibt es ein Raucherzimmer. Ein Garten mit stationseigenem Zugang gehört zur Station.
Aufnahmemodalitäten
Die Aufnahme auf unserer geschlossenen Kriseninterventionsstation erfolgt über den Aufnahmearzt der Klinik.
Bei einem Teil der Patienten, bei denen eine akute Eigengefährdung bzw. eine dringend notwendige Behandlungsbedürftigkeit besteht, die krankheitsbedingt aber keine rechtswirksame Einwilligung geben können, erfolgt eine Aufnahme bzw. Unterbringung nach dem Psychisch Kranken Gesetz Schleswig-Holstein (PsychKG) oder dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).
In erster Linie steht die Station für notwendige Akutaufnahmen zur Verfügung. In Einzelfällen sind auch Aufnahmen nach Absprache mit den Stationstherapeuten oder dem Aufnahmearzt geplant möglich.
Weiterbehandlung
Die Weiterbehandlung der Patienten erfolgt entweder durch Verlegung auf eine unserer offenen Stationen, durch Vermittlung in die Weiterbehandlung in der psychosomatischen Klinik des ZIP, auch direkt durch Entlassung in die weitere ambulante Behandlung (Institutsambulanz oder medizinisches Versorgungszentrum des ZIP, niedergelassene Psychiater, Nervenärzte und Therapeuten) oder in eine tagesklinische Einrichtung in Kiel und Umgebung.





