Schwerpunkt Borderline
Inhalt:
- Allgemeines zur Beschreibung der Behandlung von Patientinnen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung in der Klinik
- Stationäre Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan für chronisch suizidale Borderlinepatientinnen auf der Station P2 der Klinik
- Einführung
- Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan
- Die DBT auf der Station P2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Kiel
- Aufnahme von Patientinnen auf die Station P2 zur stationären DBT
- Krisenintervention für Patienten mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung
- Ambulantes Angebot
- Forschung und Doktorarbeiten
- Netzwerkarbeit
- Nützliche Web Adressen
Das Team:
Schwerpunkt DBT-Programm (Station P2)
Ärztinnen und Ärzte: Frau Dr. K. Bernhardt, Frau Dr. K. Gerok Falke
Dipl.-Psychologin: Frau K. Röhling
Pflegepersonal: Herr Früchtnicht, Frau Warnke
Schwerpunkt Krisenintervention (Station P6)
Ärztinnen: Frau Dr. K. Bernhardt, Frau Dr. C. Deutschmann
Dipl.-Psychologin: Frau Dr. G. Körber
Schwerpunkt ambulante Therapie mit Borderline Patienten
Ärztin: Frau Dr. K. Bernhardt
Kontakt: Zentrale 0431 597 2681, E-Mail info@zip-kiel.de
1. Allgemeines zur Beschreibung der Behandlung von Patientinnen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung in der Klinik
In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie steht für die Behandlung von Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) das Borderline-Team zur Verfügung. Alle Mitarbeiter des Borderline-Teams haben eine mehrjährige Erfahrung im Umgang bzw. in der Therapie von Patienten mit einer BPS. Das Behandlungsangebot des Borderline-Teams, das nicht auf ein stationäres Team begrenzt ist und für alle Borderline-Patienten aus unserem Versorgungsbereich und innerhalb der Klinik gilt, ermöglicht eine kontinuierlichere Betreuung eines Patienten durch einen Therapeuten, durch ein Team ohne unnötige Beziehungsabbrüche durch Verlegungen.
Das Angebot für Patienten mit einer BPS umfasst folgende Schwerpunkte:
- Offen stationäre Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) auf Station P2. Auf der teilspezialisierten Station P2 das Angebot nach Indikationsstellung an chronisch suizidale, chronisch selbstverletzende Patientinnen mit einer BPS für eine dreimonatige Therapie nach dem Konzept der DBT nach M. Linehan.
- Geschlossen stationäre Behandlung suizidaler Krisen auf P4. Auf der geschlossenen Station P4 können akut eigen- oder fremdgefährdende Patientinnen und Patienten mit einer BPS durch DBT-Therapeutinnen im Sinne einer Krisenintervention behandelt werden.
- Ambulante Therapie. In der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer BPS stehen folgende ambulante Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Therapieplätze für poststationäre Patientinnen aus dem DBT-Konzept, bei denen eine tragfähige ambulante psychotherapeutische Nachversorgung außerhalb der Klinik nicht organisierbar ist. Therapieplätze für Patientinnen und Patienten mit einer BPS, die eine DBT-Therapiemotivation ohne stationäre(n) Indikation/Wunsch haben. Kriseninterventionsplätze für Patienten mit einer BPS in einer Krise. Zeiten für Informations-/Beratungsgespräche in einer Walk-in-Ambulanz.
2. Stationäre Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan für chronisch suizidale Borderline Patientinnen auf der Station P2 der Klinik
Einführung zur Borderline Persöhnlichkeitsstörung
Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden häufig in einem existentiell bedrohlichen Ausmaß an den Symptomen ihrer Erkrankung. Die Prävalenz der BPS liegt bei 0,2-1,8 % (Widinger et al. 1991), 15% aller stationär behandelten psychiatrischen Patienten erfüllen die diagnostischen Kriterien einer BPS nach DSM-III. Komorbid zeigen sich gehäuft affektive Erkrankungen (24-74%), Angsterkrankungen (10-25%) als auch ängstlich-vermeidende oder histrionische Persönlichkeitsstörungen.
Das Suizidrisiko in diesem Klientel wird mit 5-9,5% (bei Schizophrenen 1%) angegeben (Akiskal et al. 1985, Paris et al. 1987, McGlashan 1992). Paris et al. 1989 geben eine Suizidrate bei BPS innerhalb eines durchschnittlichen Beobachtungszeitraums von 15 Jahren mit 8,5% an. Patienten mit vollendetem Suizid weisen entsprechend der Autoren einen höheren Bildungsstand und eine geringe Inzidenz psychotischer Symptome auf, was möglicherweise ein Licht auf die Copingstrategien, auf die bis dahin bestehenden Therapiemöglichkeiten und die Prognose der BPS wirft. 100% der Patienten mit einer BPS mit einer depressiven Symptomatik begehen Suizidversuche (Friedman et al. 1983), ca. 49% der Borderlinepatienten weisen schwere Suizidversuche in der Anamnese auf, wobei für die Würdigung dieses Symptoms erwähnt werden muss, dass die in Folge suizidalen Verhaltens verstorbenen Patienten zwar häufig Suizidversuche in der Vorgeschichte aufwiesen, diese wurden aber überwiegend als demonstrativ, manipulativ Akte, d. h. nicht als ernsthaft Suizidhandlungen bewertet.
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) führt - wie auch potentiell Selbstschädigung (SSV) - zu gehäuften ärztlichen Konsultationen (z.B. in der chirurgischen Aufnahme), Krankenhausaufenthalten (beides möglicherweise auch verbunden mit erheblichen akuten und auch chronischen körperlichen Einschränkungen), psychosozialen Entgleisungen, führt also zu erheblichen persönlichen, interpersonellen und gesamtgesellschaftlichen Belastungen.
Die Symptome gefährden oder verhindern in unterschiedlichem Ausmaß die so dringend erforderliche psychotherapeutische Behandlung der in der Mehrzahl betroffenen Frauen (70-77 %). Während der ambulanten oder stationären Behandlung wiederum werden Therapeuten und ggf. das Team massiv u. a. durch selbstverletzendes Verhalten, chronische Suizidalität, Impulsivität und affektive Instabilität ihrer PatientInnen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht. Langwierige und frustrane Verläufe belasten die therapeutische Motivation, so dass hier Handlungsbedarf in unterschiedlicher Richtung deutlich wird.
Die spezifischen Symptome der Borderline- Persönlichkeitsstörung, 1938 zuerst von Stern unter diesem Begriff beschrieben, 1949 von Hoch et al. zuerst einmal mit den drei Hauptmerkmalen Panneurose, Panangst, Pansexualität eingegrenzt, sind nach der DSM-IV Klassifikation von 1994 u.a.:
- Affektive Instabilität, mit nicht kontrollierbaren Ängsten, Anspannung, gesteigerter Irritierbarkeit und Erregung, intensiven dysphorischen Zustände
- Intensive Gefühle von Wut mit drohendem oder tatsächlichem Kontrollverlust
- Impulsivität (z. B. Essen, Sexualität, Auto fahren, Suchtmittel) mit ggf. Impulsdurchbrüchen und potentieller Selbst- oder Fremdschädigung
- Wiederkehrendes suizidales Verhalten und selbstverletzendes Verhalten
- Intensive aber instabile Beziehungen
- Identitätsstörungen
- Vorübergehende dissoziative und psychotische Symptome
- Chronische Gefühle der drückenden Leere
- Vermeiden tatsächlichen oder vorgestellten Alleinseins
Gesamtgesellschaftliches Aufsehen erregt hierbei besonders die Störung der Impulskontrolle und die damit verbundene Frage der Delinquenz besonders bei männlichen Borderline-Patienten sowie als Symptome die autodestruktiven Handlungen, wobei das zweite Verhalten im klinischen und nicht-klinischen Umfeld häufig weniger Verständnis und (initiale) Akzeptanz, sondern Ablehnung und Missdeutungen (Manipulation, persönliche Haltlosigkeit und Schwäche, Sensation etc.) und damit eine Reviktimizierung der polytraumatisierten Patienten erzeugt.
Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan
Die störungsspezifische Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) wurde von Marsha M. Linehan, Professorin für Psychologie und Verhaltenstherapeutin in den USA, und ihren Mitarbeitern in den 90er Jahren entwickelt und hat in den bisher vorliegenden prospektiven randomisierten Therapievergleichstudien deutlich positivere Behandlungsverläufe und überzeugendere Therapieerfolge gegenüber den konventionellen verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Ansätzen gezeigt. Der Wirksamkeitsnachweis ist für die DBT durch unterschiedliche Studien vor allem für das Problemverhalten als Zielgröße, hier "suizidales" und "selbstverletzendes Verhalten", aber auch "hospitalisationsförderndes Verhalten" erbracht worden (siehe Linehan et al. 1999, 1998, Bohus 1998).
Die in ihren Grenzen fließende Gruppe der BPS mit vielfachen selbstverletztenden und primär nicht final angelegten suizidalen Handlungen (Parasuizidalität) zeigt nach Linehan akzentuiert die folgenden Verhaltensmuster, die für sich genommen Zielvariablen des DBT-Konzepts sind:
- Emotionale Vulnerabilität (emotionale Dysregulation)
- Negation des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns
- Unvermeidliche Krisen
- Blockierung von Trauer
- Aktive Passivität
- Pseudokompetenz
Nach Linehan steht bei BPS psychopathologisch die Störung der Emotionsregulation im Vordergrund. Interdependent führen neurobiologische Vulnerabilitäten, frühe traumatische Erlebnisse und ein in der frühen Entwicklungsphase nicht-validierendes psychosoziales Umfeld zur Ausgestaltung einer komplexen emotionalen Dysregulation mit dysfunktionaler Grundannahmen und Handlungsfolgen.
Bei Borderlinestörungen kann eine
- in der Intensität überhöhte, wenig differenzierte und verzögert wieder abklingende Ansprechbarkeit (Hyperarousel) auf vor allem negative emotionale Stimuli gepaart mit
- einer vornehmlich psychosozial bedingten Störung der Kommunikation (Zur Verbalisierung, zur Klärung interpersoneller Interaktionen), mit
- dem permanenten Gefühl der differenzierten und undifferenzierten Bedrohung und
- mit der Befürchtung vor Kontrollverlust und gesteigerter Anspannung beobachtet werden.
Diese emotionale Instabilität mit erhöhter Dekompensationsbereitschaft und Ressourcenverengung führt - zumeist psychosozial angestoßen - in unterschiedlicher Ausprägung zu undifferenzierten, für die Patienten unerträglichen, exzessiven emotionalen Erregungszuständen, die wiederum von den PatientInnen nur - negativ verstärkt - durch Selbstverletzung unterbrochen werden können. Diese emotionale Dysregulation bestimmt vielschichtig die zumeist chaotische Beziehungsgestaltung des an einer Borderlinestörung leidenden Patienten zu sich und zu anderen Menschen.
Die DBT der Patienten mit einer BPS zeigt nun folgende markante Vorteile:
- Die Frequenz von selbstverletzendem Verhalten nimmt deutlich ab
- Die Häufigkeit von Therapieabbrüchen und Therapeutenwechseln wird reduziert
- Die Anzahl der stationären Behandlungstage pro Jahr verringert sich
- Die Behandlungskosten pro PatientIn und Jahr sind geringer
Über die Auswirkungen auf die therapeutischen Einheiten (z.B. mit Fokus auf "Burn-out"-Phänomene) durch die Veränderungen des therapeutischen Konzepts liegen noch keine Untersuchungen vor.
Die DBT auf der Station P2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Kiel
Das Team der Station P2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Kiel bietet chronisch suizidalen Borderline-PatientInnen mit hochfrequentem selbstverletzenden Verhalten ein 12-wöchiges, stationäres dialektisch-behaviorales Therapieprogramm auf einer offenen, gemischten 16 Betten-Station an, auf der maximal 8 PatientInnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gemeinsam mit PatientInnen mit anderen psychischen Erkrankungen behandelt werden.
Die Behandlung gliedert sich in eine zweiwöchige Vorbereitungsphase, in der die Diagnose überprüft oder gesichert wird, die Ziele der Therapie vereinbart werden und Patientin und Therapeutin abschließend einen Behandlungsvertrag unterschreiben. In dieser 14-tägigen Phase der Motivationsklärung gilt es für die Patientinnen, den auch für den weiteren Behandlungsverlauf innerhalb der DBT tragenden Beziehungsaufbau zum und mit dem therapeutischen Team zu gestalten und hier insbesondere wechselseitig zur Einzeltherapeutin/ zum Einzeltherapeuten aufzubauen.
Auf der Station findet Bezugspflege statt, d. h. die PatientInnen haben eine Bezugspflegekraft, die ebenso regelmäßige Termine mit den PatientInnen vereinbart und sie bei der Bearbeitung von Hausaufgaben, dem Üben von Fertigkeiten/Handlungskompetenz, der Bewältigung von Krisen, Problemen mit der Therapie und von Alltagsproblemen unterstützen.
Die Therapieziele der DBT nach Linehan sind klar hierarchisiert:
- Reduktion von suizidalem Verhalten und Reduktion von selbstverletzendem Verhalten
- Reduktion von therapiegefährdendem Verhalten
- Reduktion von hospitalisierungsförderndem Verhalten
- Reduktion von Verhalten, das die Lebensqualität einschränkt
In der ersten Behandlungsphase (6 Wochen) erfolgt eine genaue Analyse des Problemverhaltens und die Erstellung eines Therapieplanes. Die PatientInnen werden zur Selbstbeobachtung angeleitet und führen Protokolle über ihr dysfunktionales Verhalten. Innerhalb der Verhaltensanalyse steht das Erlernen funktionalerer Verhaltensweisen im Mittelpunkt.
Folgende obligate Gruppen finden für alle PatientInnen statt:
- Die psychoedukative Basisgruppe (1 x Woche, 90 min)
- Fertigkeitentraining mit den Modulen "Stresstoleranz", "bewusster Umgang mit Gefühlen", "zwischenmenschliche Fertigkeiten" (2 x Woche, je 90 min)
- Achtsamkeitsgruppe (Modul aus dem Fertigkeitentraining 1 x Woche, 60 min)
- 5-Sinnegruppe (1 x Woche, 60 min)
- Körpertherapiegruppe (2 x pro Woche, 30 min)
Darüber hinaus treffen sich die Patientinnen regelmäßig auf Station in einer ungeleiteten Bezugsgruppe (einer Art von Selbsthilfegruppe).
In der Einzeltherapie wird mittels folgender Strategien das Problemverhalten bearbeitet:
- Basisstrategien: (dialektische Strategien, Validierungs- und Problemlösestrategien) und
- Veränderungsstrategien: (klassische verhaltenstherapeutische Methoden: Kontingenzmanagement, Expositionstraining, kognitive Umstrukturierung
In der zweiten Behandlungsphase (4 Wochen) wird weiterhin an den dysfunktionalen Verhaltensmustern gearbeitet, werden die in der DBT gelernten, funktionaleren Verhaltensweisen im stationären Setting als auch im gewohnten psychosozialen Umfeld geübt bzw. angewendet und es wird der Übergang in die ambulante Therapie - in möglichst enger Zusammenarbeit mit extramural versorgenden Einheiten - vorbereitet.
Traumatische Erfahrungen der Persönlichkeitsgeschichte der PatientInnen werden während der stationären Behandlung nicht bearbeitet: das vornehmliche Ziel der stationären DBT der BPS ist eine Stabilisierung des Denkens, Fühlens und Handelns verwoben mit dem Erwerb von Fertigkeiten zum Überleben und zur Bewältigung des Alltags.
Aufnahme von Patientinnen auf die Station P2 zur stationären DBT
Auf der Station P2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie werden Patientinnen mit einer Borderlinestörung behandelt, bei denen aufgrund der Schwere der Symptomatik (insbesondere wegen SSV und SSV) eine ambulante Therapie nicht oder nicht mehr möglich ist.
Nach Anmeldung findet auf der Station ein Vorgespräch mit den Patientinnen statt, um über die Diagnose und das Problemverhalten (selbstverletzendes Verhalten, suizidales Verhalten), die Station, die DBT sowie die Motivation der Patientinnen zur stationären Therapie ihrer Störung zu sprechen. Im Anschluss an das ambulante Erstgespräch wird der Patientin das Stationskonzept in schriftlicher Form zum Durcharbeiten und zur nochmaligen Motivationsabklärung mitgegeben. Die Patientin meldet sich dann nach einer Woche bei den Therapeuten, um diesen mitzuteilen, ob sie eine Therapie nach dem DBT-Konzept auf der Station P2 beginnen und durchlaufen will. Bei gleichzeitiger Indikationsstellung durch die Stationsärztinnen wird der Patientin möglichst bald ein konkreter Termin zur stationären Aufnahme telephonisch mitgeteilt. In der Regel besteht für die stationäre DBT auf der P2 eine Warteliste.
Krisenintervention für Patienten mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung auf der Station P6
Entsprechend der unten aufgelisteten Patientengruppen werden BPS in (suizidalen) Krisen mit unterschiedlicher Motivation auf der P4 behandelt.
Ziel der Krisenbehandlung aller BPS auf der P4 ist es
- die akute Krisensituation möglichst schnell zu beenden
- Fertigkeiten zur Krisenüberwindung zu lernen
- ggf. eine unterstützende Medikation anzubieten
- dysfunktionales Verhalten (hospitalisierungsförderndes, suizidales, selbstverletzendes Verhalten) nicht negativ zu verstärken
- ambulante Versorgungsnetze nutzbar zu machen
- ggf. einen Kontakt zur P2 für das stationäre DBT-Konzept zu bahnen und
- in unserem therapeutischen Selbstverständnis uns selbst als auch für unsere Patienten mit einer BPS klar zu machen, dass eine längerfristige, nicht konzeptgebundene stationäre Arbeit mit BPS nicht sinnvoll und symptomerhaltend oder verstärkend wirkt
Dieses Angebot wird ebenfalls durch eine DBT-erfahrene Pflegeteam (Bezugspflege, ggf. Wochenprotokoll, Bezugsgespräch) fundiert werden. Für die Patienten wird eine Gruppe 2x die Woche stattfinden, in der über die Erkrankung aufgeklärt wird aber auch Fertigkeiten vermittelt und geübt werden (Fertigkeiten für Dissoziationen, Fertigkeiten, um mit Spannungen umzugehen), die für einen Patienten begrenzt ist auf 6 Sitzungen pro Gesamtbehandlung.
Das Angebot für Borderline-Patienten auf der geschlossenen Station P6 wird für Patientinnen und Patienten vorgehalten, die im Versorgungssektor der Klinik wohnen, sich in einer psychischen Krisensituationen befinden, und die sich aus folgenden Gruppen in der Psychiatrischen Klinik vorstellen:
- als ehemalige DBT-Patientinnen (aber aktuell regelmäßig im poststationären, max. 1-jährigen Fertigkeitentraining der Klinik)
- als potentiell motivierbare/motivierte Borderline-Patientinnen (BP) mit und ohne Vorgesprächstermin/Aufnahmetermin für die DBT/P2
- als Borderline-Patientin, z.Z. ohne Therapiemotivation, ggf. mit eigener therapeutischer Anbindung
- als männliche BP ohne Therapiemotivation ggf. mit Anbindung
- als männliche BP mit Therapiemotivation in oder ohne laufende Psychotherapie/psychiatrische Behandlung hier im Hause oder ambulant
Ambulante therapeutische Versorgung von Borderline Patienten
Für männliche wie weibliche Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung werden folgende Therapieangebote vorgehalten:
Krisengespräche
- bei initial unklarer Diagnose vom Aufnahmearzt, bei klarer Diagnose im DBT-Team durch einen Tageskrisendienst (Therapeut + Pflegekraft)
Infogespräche
- innerhalb einer Walk-in Ambulanz, einmal wöchentlich, Mittwochs 14.00 - 16.00 Uhr, niedrigschwellige Informationsvermittlung und akute Hilfestellung
DBT-Therapie
- Einzelgespräche 1x pro Woche
- Basisgruppe (Psychoedukative Gruppe, Infos über die Erkrankung etc.)
- Fertigkeitentraining (Erlernen von Fähigkeiten, um Spannungen zu vermeiden, abzubauen oder zu überbrücken)
Forschung und Doktorarbeiten
Siehe unter Forschungsprojekten.
Arbeit im Borderline Netzwerk Schleswig Holstein
Typisch für die Arbeit nach der DBT ist die Einrichtung eines Netzwerk DBT, was bedeutet, dass Menschen und Institutionen, die mit Borderline-Patienten arbeiten, sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, zur Weiterbildung und zur Interessenvertretung zusammensetzen. In Kiel nehmen niedergelassene Therapeuten, Nervenärzte, Vertreter der Tagesklinik, von Wohngemeinschaften, Der Brücke e. V. etc an diesem Netzwerk teil. Ein Themenschwerpunkt ist der Erfahrungsaustausch, aber auch die Erstellung eines umfassend versorgenden Therapienetzes.
Nähere Informationen erhalten Sie auf Anfrage bei den unten angegebenen Therapeuten des DBT-Konzepts.
Wer: Interessierte aus allen Arbeitsbereichen, die mit Patientinnen mit einer BPS arbeiten, d. h.:
- Wohngemeinschaften (Lotta, Luna, Ihriss, etc.)
- Tagesklinik (Kieler Fenster)
- Ambulante Therapeuten
- Die Brücke Kiel /Lübeck
- Nervenärzte
- Kliniken (Psychosomatik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Rickling, Heiligenhafen)
Wann: alle 2 Monate (gerade Monate) ein Treffen für 90 Minuten, 18 Uhr s.t.
Wo: Konferenzraum des Zentrums für Integrative Psychiatrie, Niemannsweg 147, 24105 Kiel
Info: Frau Dr. K. Bernhardt, tel 0431 597 2681, E-Mail info@zip-kiel.de
Nützliche Web Adressen
Z.Z. sind keine Links verfügbar.




